Fahrgäste akustisch informieren

Am 18. Februar 2019 endete der einjährige Modellversuch, bei dem verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur akustischen Fahrgastinformation getestet werden konnten. Wir bedanken uns herzlich bei allen Testerinnen und Testern für deren Teilnahme.

Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren, was die Ergebnisse und letztlich die Entscheidungen zur akustischen Fahrgastinformation betrifft.

Für die BVG und den Berliner Senat ist die Mobilitätssicherung von Menschen mit Behinderung ein zentrales Anliegen. Beim Thema Barrierefreiheit zählt die BVG, auch im internationalen Vergleich, schon heute zu den Vorreitern. 

Das Projekt Fahrgastinformation akustisch „2-Sinne-Prinzip bei Bus und Straßenbahn“ beschäftigt sich mit den Belangen der Barrierefreiheit für sehbehinderte und blinde Menschen im öffentlichen Nahverkehr.
Dafür wurde im Zeitraum vom 19. Februar 2018 bis 18. Februar 2019 ein einjähriger Modellversuch durchgeführt, mit dem technische Lösungsansätze zur Realisierung des Zwei-Sinne-Prinzips an Haltestellen von Omnibus und Straßenbahn erprobt wurden. Hierbei erfuhren wir auch eine große Unterstützung durch die entsprechenden Verbände und Vereine.
Mit diesem Modellversuch machten wir einen weiteren großen Schritt zur lückenlosen Barrierefreiheit auf der gesamten Reisekette, der nicht nur deutschlandweit Signalwirkung haben wird.

Bei dem Modellversuch wurden auf der Buslinie 186 (Richtung „S Grunewald“ bzw. Richtung „S Lichterfelde Süd“) zehn Busse und fünf Haltestellen zum „sprechen“ gebracht. Weitere zehn Busse und vier Haltestellen wurden mit Technik für die App-Lösungen ausgestattet. 
Auf der Straßenbahnlinie M4 (Richtung „S Hackescher Markt“ bzw. Richtung „Falkenberg“) wurden zehn Fahrzeuge und acht Haltestellen zum „sprechen“ gebracht. 
17 Fahrzeuge und vier Haltestellen wurden mit Technik für die App-Lösungen ausgerüstet. 
Grundsätzlich wurden bei der akustischen Fahrgastinformation Liniennummer und Ziel ausgegeben. Dabei wurden drei verschiedene Ansätze mit insgesamt zwölf unterschiedlichen Lösungen ergebnisoffen getestet:

Sprechendes Fahrzeug
Das Fahrzeug hält an der Haltestelle, die Einstiegstür wird geöffnet und Linie und Ziel waren vom Fahrzeug akustisch ausgegeben. Im Test waren vier Systeme.

Sprechende Haltestelle
Indem der Fahrgast einen Druckknopf an der Haltestelle betätigt, wurden über einen Lautsprecher die nächsten Abfahrten mit Linie, Ziel und voraussichtlicher Abfahrtzeit (wie bei den dynamischen Anzeigen) angesagt. Außerdem wurde über den Lautsprecher das einfahrende Fahrzeug mit Linie und Ziel angekündigt. Blinde- und Sehbehinderte benötigten bei dieser Lösung keine zusätzliche Ausrüstung (z. B. Funktaster, Scheckkarte, Smartphone o. ä.). Im Test waren drei Systeme. 

Sprechendes Smartphone
Über die Test-App auf seinem Smartphone erhält der Fahrgast an der Haltestelle die akustische Information über den Namen der Haltestelle sowie über die nächsten Abfahrten mit Liniennummer, Ziel und voraussichtlichen Abfahrtszeiten (wie bei den dynamischen Anzeigen). Bei Einfahrt eines Fahrzeuges kündigt die App die Liniennummer sowie das Ziel an. Durch hinterlegte GPS-Koordinaten wird die jeweilige Haltestelle erkannt. Jedes Fahrzeug war mit einem Beacon (eine Funktechnologie, die als Weiterentwicklung von Bluetooth verstanden werden kann) ausgestattet, der für die letzten Meter das Fahrzeug in Echtzeit auf dem Smartphone ankündigt, somit war jedes ausgestattete Fahrzeug eindeutig vom Smartphone identifizierbar. Die App kann auch über planmäßige Veränderungen (Baumaßnahmen) informieren. Im Test sind fünf Lösungen.

Testen bei unserem Modellversuch

Während des einjährigen Modellversuchs „Zwei-Sinne-Prinzip bei Bus und Straßenbahn“ testeten wir gemeinsam mit Betroffenen und sehenden Fahrgästen die drei verschiedene Lösungsansätze.
Wer Interesse am Modellversuch und über das Jahr hinweg Zeit hatte, um die Lösungen zu testen und uns mit Ihren Rückmeldungen zu helfen, konnte eine E-Mail an fgi-akustisch@sgm-berlin.com mit Namen und Kontaktdaten senden.
Wer auch die App-Lösung testen wollte, benötigte sein eigenes Gerät (Smartphone oder internetverbundenes Tablet). 

Unser Modellversuch wurde über den gesamten Zeitraum durch eine wissenschaftliche Evaluation begleitet, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse festhielt. Daneben wurden auch die Ergebnisse der Testgruppe regelmäßig festgehalten und in Berichten erfasst.
Gemeinsam mit dem Berliner Senat und in enger Absprache mit den Verbänden werten wir die Ergebnisse der Evaluation aus und erarbeiten eine Handlungsempfehlung zur Realisierung des Zwei-Sinne-Prinzips und die weiteren Schritte für die Umsetzung.

 

-> Flyer Akustische Fahrgastinformation